Douglasstraße 28

Die im Jahre 1907 von Hart & Lesser für den Bankier Julius Erxleben erbaute Villa mit Nebengelass ist ohne Zweifel ein wahres Zeitzeugnis Berliner Geschichte und Architektur.

Bereits im Jahre 1906 finden die Grundrisse und Planungsentwürfe des Gebäudes Erwähnung in ersten akademischen Publikationen und Fachzeitschriften und gelten fortan Studenten der Architektur und Baumeisterei als Lehrmaterial und Inspiration in ihrer Alma Mater.

Über den tatsächlichen Bewohner und Günstling dieses phänomenalen Bauvorhabens Julius Erxleben ist in den Annalen der Geschichte leider wenig zu finden. Lediglich das speziell für ihn und die Villa angefertigte Familienwappen zeugt von seiner Existenz und thront mit dem lateinischen Schriftzug: „Eritis sicut Deus scientes bonum et malum“, eine Anspielung auf Goethe`s Meisterwerk Faust, dass im Deutschen soviel bedeutet wie „Ihr werdet sein wie Gott, erkennet das Gute und Böse“.

Die wohl populärste und in der Bevölkerung bekannteste Erscheinung der Villa fand in den 50er Jahren statt. Hier diente das Gebäude als Filmkulisse, nicht zuletzt für die zur damaligen Zeit beliebten Edgar-Wallace-Filme, Spielfilme die größtenteils auf den Kriminalromanen des erfolgreichen englischen Schriftstellers, Drehbuchautors, Regisseurs und Dramatikers Edgar Wallace (1875-1932) basierten.

Auch Renate Franke, in ihrem späteren Leben besser bekannt als Renate Holm, nannte das stattliche Landhaus in der Douglasstraße 28 zeitweilig ihr Zuhause. Der große Durchbruch gelang Holm 1961 als Opernsängerin an der Wiener Staatsoper. Den meisten Berlinern und Anhängern der Opernkultur sollte Sie allerdings unter dem Stichwort Herbert von Karajan in Erinnerung geblieben sein, da Sie zumeist unter seiner musikalischen Leitung alle großen Opernbühnen der Welt Ihr Eigen nannte. Renate Holm lebt heute in Wien und ist immer noch als Künstlerin aktiv.

Die 1923 geborene Widerstandskämpferin und Schauspielerin am preußischen Staatstheater Ursula Meißner wohnte während des Zweiten Weltkrieges ebenfalls in der Villa Erxleben. Ihr Name trägt bis heute besondere Bedeutung, da Sie 1943 Konrad Latte samt Familie vor der Deportation der Nazis versteckte. Der damalige Organist an der Dahlemer St. Annen-Kirche überlebte die Zeit des Nationalsozialismus nur dank Hilfe von Meißner. Er wurde nach dem Krieg Leiter des Berliner Barock-Orchesters und erreichte internationale Bekanntheit.